Die Chronik der
Freiwilligen Feuerwehr Wernberg

Gründungsmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wernberg
Die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Wernberg
Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Wernberg
Aus der Geschichte des Feuerlöschwesens




Die Gründungsmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wernberg
"die Männer der ersten Stunde"
Johann Decker
geb. 07.09.1849
in Wohlsbach
Michael Bartmann
geb. 30.05.1858
in Wohlsbach
Eintritt in die FFW Wernberg
am 12.03.1874,
Spritzenmann
Simon Hägler
geb. 28.07.1855
in Rothenstadt
eingetreten am 12.02.1879
29 Jahre Kommandant
der FFW Wernberg
Johann Spindler
geb. 20.01.1844
gest. 21.01.1907
Gründungsmitglied
der FFW Wernberg
eingetreten am 12.03.1874
Steiger
Emmeram Schön
geb. 20.05.1833
in Wohlsbach
Michael Sir
geb. 25.4.1862
gest. 25.07.1937
Mitglied der FFW Wernberg
seit 3.6.1879
Vorstand ab 27.12.1891
bis zu seinem Tod (46 Jahre)



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Die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Wernberg


In einem öffentlichen Aufruf aus dem Jahre 1874 heißt es:
"Nachdem jetzt allerorts Freiwillige Feuerwehren entstehen, welche berufen sind, Leben und Eigentum der Ortsbürger gegen Feuersgefahr zu schirmen und zu schützen, so soll auch unsere Gemeinde nicht mehr länger in der Einrichtung einer geübten Feuerwehr zurückstehen. Alle diejenigen sind sehr herzlich eingeladen, welche sich an der Bildung eines so nützlichen Vereins beteiligen wollen."

Diesem Aufruf folgten im März desselben Jahres in Wernberg Männer, die es ermöglichten, neben der bereits bestehenden, von der Obrigkeit angeordneten Pflichtfeuerwehr, eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen. Es waren Männer, die bereit waren, jederzeit dem Nächsten in Gefahr beizustehen, selbstlos das Leben, das Hab und Gut ihrer Mitbürger schützen und retten zu helfen. Viele sind in der langen Reihe der Jahre seither ihrem Beispiel gefolgt. Betrachtet man ihr uneigennütziges Wirken und ihren Idealismus, der sich fortgepflanzt hat bis in unsere Tage, ihre geleistete Hilfe zu jeder Zeit und in jeder Stunde des Tages und die damit verbundenen Erfolge, so kann die Freiwillige Feuerwehr Wernberg mit Recht freudig und stolz auf ihre Geschichte zurückblicken. Selbst unter dem Blickpunkt ganz nüchterner Betrachtung, ohne von höheren Idealen zu sprechen, wie es zu festlichen Stunden gern geschieht und vielleicht nur im Hinblick auf die seit dem Gründungsjahr unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden und den materiellen Wert geretteten Gutes, zeigt sich ein Bild der Feuerwehr, das wahrlich Grund genug bietet, sich über jedes Jubiläum zu freuen und es auch gebührend zu feiern.

Einem glücklichen Umstand zufolge wurden Urkunden, Kassenbücher und der Schriftverkehr aus dem Gründungsjahr bis in unsere Zeit aufgefunden. Anhand dieser Dokumente ist es möglich, die Geschichte des Vereins in all den glücklichen und friedlichen, aber auch in den bitteren und unheilvollen Jahren, die er zu durchstehen hatte, nachzuzeichnen. Die folgenden Zeilen sollen einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte aus bescheidenen Anfängen bis in unsere Tage geben, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

"Unter dem Allerhöchsten Protektorate Seiner Königlichen Hoheit, des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern - Bayerischer Landes-Feuerwehr-Verband - Der Freiwilligen Feuerwehr Wernberg wird hiermit bestätigt, daß sie als Mitglied des Landes-Feuerwehr-Verbandes und als 1. März 1874 gegründet, in die Grundliste desselben eingetragen ist."

So lautet der Text der Urkunde, die die Aufnahme der neugegründeten Wehr in den Landesverband bestätigt. Zur Unterstützung des Vereins wurde noch im Gründungsmonat eine Einladung an alle Einwohner von Wernberg und Umgebung verteilt mit der Bitte, als passive Mitglieder beizutreten. Viele Bürger folgten diesem Aufruf. Ihre Beiträge, 20 Pfennig pro Monat, eine Kollekte bei der Gründungsfeier, zwei Sammlungen in Wernberg und Umgebung und ein Zuschuß des Königlichen Bezirksamtes in Nabburg von 25 Mark sorgten dafür, daß die neue Vereinskasse blad einen ansehnlichen Betrag auf ihrer Haben-Seite verbuchen konnte. Die ersten Ausrüstungsgegenstände wurden angeschafft.

Die Entwicklung in den folgenden Jahren ist wohl am besten den Angaben des Jahresberichtes für das Jahr 1878 zu entnehmen. Demzufolge zählte die Wehr damals bereits 47 aktive Mitglieder, aufgeteilt in 8 Steiger, 25 Spritzenmänner, 10 Ordnungsmänner, 2 Signalisten, 2 Adjutanten und 1 Kommandanten. Mit den 39 Männern der Pflichtfeuerwehr ergab dies die stattliche Anzahl von 86 Aktiven. Großen Eifer und Idealismus verrät die Zahl der abgehaltenen Übungen. Im einzelnen wurden 11 Steiger-, 11 Spritzen- und 9 Gesamtübungen durchgeführt. Das hierbei erworbene Können konnte im Berichtsjahr bei einem Brandeinsatz in Luhe bewiesen werden, bei dem 4 Gehöfte mit den dazugehörigen Nebengebäuden den Flammen zum Opfer fielen. Durch tatkräftigen Einsatz aller am Brandplatz erschienenen Wehren wurde größeres Unheil verhindert, wie der Chonist zu berichten weiß. Der Jahresbericht weist auch eine sehr rege Versammlungstätigkeit auf. Man trat sich insgesamt zu 2 Generalversammlungen, 5 Chargiertenversammlungen, 5 Verwaltungsratsitzungen und alle 8 Tage zu einer allgemeinen Mitgliederversammlung. Die Häufigkeit letzterer Zusammenkünfte, in heutiger Zeit kaum denkbar, ist wohl leicht verständilich, bedenkt man, daß dies neben der harten Arbeit die ganze Woche hindurch wohl eine willkommene Gelegenheit war, in geselliger Runde zusammenzusitzen, zumal Unterhaltung durch Kommunikationsmittel in dieser Zeit ja gänzlich fehlte. Verschiegen werden soll hier nicht, daß eine Versammlung für manchen Feuerwehrmann auch heute noch, vermutlich als Erbe aus jenen Tagen, sehr gelegen kommt, das traute Heim für Stunden mit der Wirtshausstube zu vertauschen.

Doch zurück zum Jahresbericht 1878, der auch über vorhandene Ausrüstungsgegenstände Auskunft gibt. Im Besitz der Wehr befanden sich 1 Saugspritze, 1 Druckspritze, 40 Meter hanfene Druckschläuche, 2 Hakenleitern und 2 Dachleitern. Die Geräte waren in einem neuerbauten Gerätehaus untergebracht, das übrigens bis zum Jahre 1965 seinen Dienst tat. Die Bespannung der Fahrzeuge im Brandfalle, so wird weiterberichtet, war gewährleistet durch die Pferdebesitzer des Ortes.

Diese Angaben aus dem Jahresbericht zeigen wohl duetlich, daß sich innerhalb eines Zeitraumes von 4 Jahren eine gut funktionierende Wehr entwickelt hatte. Erwähnt sie noch die Strenge, mit der bei unentschuldigtem Fernbleiben von Übungen verfahren wurde. Bei ein- und zweimaligem Fehlen wurde ein strenger Verweis mit Androhung auf Entlassung erteilt, den der Säumige gegen Unterschift zu bestätigen hatte.

Die bestehenden Feuerwehren unserer Gegend waren im Feuerwehr-Gauverband des mittleren Naabtales zusammengeschlossen. Zweck dieser Vereinigung war vor allem die gegenseitige Unterstützung bei Feuersbrünsten, der Austausch von Erfahrungen im Feuerlöschwesen und die Anregung und Unterstützung neu zu gründender Feuerwehren des Gaues. Für die nachbarliche Löschhilfe jener Zeit stand bereits ein großes Potential Löschkräfte und eine ansehnliche Menge Löschgeräte zur Verfügung. Einer stat. Übersicht des Bezirksfeuerwehrvertreters aus dem Jahr 1878 zufolge, hatten die Wehren aus Nabburg, Schwarzenfald, Pfreimd, Altendorf, Stulln, Schmidgaden, Trausnitz, Brudersdorf, Neusath und Wernberg insgesamt 897 aktive Mitglieder in ihren Reihen. An Ausrüstungsgegenständen existierten u. a. 7 Saugspritzen, 7 Druckspritzen und 900 Meter hanfene Druckschläuche. Der Löwenanteil an den Schläuchen entfiel allerdings mit 500 Metern auf die Nabburger Wehr (gegr. 1868). Die erst seit 1877 bestehende Wehr aus Schmidgaden konnte dagegen nur 9 Meter Schläuche ihr Eigentum nennen, was heute, wenn allerorts umfangreiche und kostspielige Löschgeräte zur Verfügung stehen, wohl mit einem Schmunzeln quittiert wird, aber in den Anfängen des freiwillig organisierten Feuerschutzes einen wertvollen Besitz darstellte.

Im Verein wurde auch auf gesellschaftlichem Gebiet sehr viel getan. So hielt man regelmäßig Tanzabende ab und zu bestimmten Gelegenheiten Unterhaltungsabende, wie zum Beispiel im Fasching. Eine sehr rührige Theaterspielgruppe trat häufig mit Theaterstücken lustiger und ernsterer Art an die Öffentlichkeit. Aufgeführt wurden u. a. die Stücke:
- "Feuerwehrmann's Flamme"
- "Der Elefant um 3000 Mark"
- "Der Tazelwurm"
- "Genoveva"

Letztlich bedeuteten die abgehaltenen Veranstalltungen immer wieder einen erfreulichen Zuwachs in der Vereinskasse, was wiederum zur Folge hatte, daß in den folgenden Jahren die Ausrüstung der Wehr erheblich verbessert werden konnte. Hervorgehoben sei hier nur der Ankauf einer vierrädrigen Wagenspritze im Jahre 1894 mit 6,9 Metern Spiralsaugschläuchen und zusätzlich 30 Meter Druckschläuche von der Fa. Paul Ludwig, Bayreuth, zum stolzen Preis von 1150 Mark. Die Schlagkraft der Wehr dadurch sicherlich gesteigert, das Interesse noch mehr als bisher geweckt.

In den Jahren 1893 bis 1898 feiertte man bei benachbarten Wehren die ersten Gründungsjubiläen. Die Feuerwehr Wernberg beteiligte sich u. a. im Mai 1893 am Stiftungsfest in Trausnitz, sie war im August desselben Jahres beim großen Jubiläumsfest in Amberg und 1898 in Schnaittenbach und Altendorf. Der Wert der vorhin beschriebenen neuen Wagenspritze wird wohl deutlich, liest man auf der Einladung zum Schnaittenbacher Stiftungsfest, daß ein Mittagessen 80 Pfennig kostet. Im Jahr 1899 konnte dann das eigene 25-jährige Gründungsfest gefeiert werden. Aus dem Programm ist zu entnehmen, daß am Vormittag ein gemeinsamer Kirchgang, am Nachmittag eine Schauübung und im Anschluß daran die Übergabe der 15-jährigen und 25-jährigen Ehrenzeichen stattfand. Beim abschließenden Ball konnte mit Recht durch zünftiges Feiern der Bedeutung des Tages Recnung getragen werden, blickt man doch mit berechtigtem Stolz auf erfolgreiche 25 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wernberg zurück.

In den folgenden Jahrzenten ging das Vereinsleben seinen normalen Gangim Jahresablauf. Entwickelte sich der Verein erfolgreich weiter, konnte deshalb bei so manchem Brand, das in vielen Übungsstunden erworbene Können zum Wohle der Bevölkerung unter Beweis gestellt werden. Eine ständig verbesserte Ausrüstung war Grundlage dafür.

Einen Rückschlag brachte sicherlich die Zeit des Ersten Weltkrieges mit sich. Dokumente über das Wirken der Wehr in diesen für Volk und Land unglückseligen Jahren sind nicht erhalten. Uns bleibt nur ein ehrendes Gedenken an jene Feuerwehrkameraden, die auf dem Schlachtfeld oder in der Hand des Feindes ihr Leben lassen mußten. Bewunderung verdient das Wirken jener Männer, die sich nach dem Krieg wieder zum nützlichen Wirken der Feuerwehr zusammenschlossen, die nunmehr die schon über vier Jahrzente währende Tradition mit neuem Eifer und neur Tatkraft fortzusetzen verstanden. Belege aus den Nachkriegsjahren zeigen, daßdas Vereinsleben in relativ kurzer Zeit wieder in geordnetee Bahnen gelangte. Regelmäßige Übungen, Versammlungen und Geselligkeitsabende wurden wieder abgehalten. Bei so manchem Brand konnte durch tatkräftigen Einsatz Schlimmeres verhütet werden, wurde wertvolles Besitztum in letzter Minute und unter größten Anstrengungen gerettet.

Einen weiteren großen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte beldete sicherlich die Feier des 50-jährigen Gründungsjubiläums am 24. August 1924. Das Festprogramm sah am Vorabend bei eintretender Dunkelheit einen Zapfenstreich vor. Den eigentlichen Festtag leitete ein Weckruf mit Salutschießen ein. Nach dem Krichenzug feierte man gemeinsam einen Gottesdienst, im Anschluß daran wurde die Festrede abgehalten. Für den Nachmittag stand eine Schauübung auf dem Programm. Anschließend bewegte sich ein bunter Festzug aller teilnehmenden Vereine durch die Straßen des Marktes. Auf dem Festplatz klang das harmonisch verlaufende Fest bei geselliger Unterhaltung mit Konzert aus.

Der Ablauf der folgenden Jahre ist als ein normaler, ohne besondere festliche Höhepunkte, zu verzeichnen. Dies bedeutete weiterhin fleißiges Üben, tatkräftiges Eingreifen bei Bränden gröerer und kleinerer Art und auch so manche frohe Stunde in geselliger Runde. Eine weitere wichtige Anschaffung und eine damit verbundene erhebliche Verbesserung des Feurschutzes war die einer Tragspritze vom Typ TS 8/37. Sie war bis 1963 in Betrieb und bewährte sich in vielen Einsätzen. Diese Tragspritze befindet sich auch heute noch im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr Wernberg.

Die Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges prägte auch notgedrungen den Feuerwehren ihren unglückseligen Stempel auf. Einige Beispiele aus diesen Jahren mögen veranschaulichen, wie die Wehren den bestehenden Verhältnissen angepaßt wurden. Ein Blick in den Dienstplan aus jener Zeit zeigt, daß neben praktischen Übungen des Löschangriffs auch Fußexerzieren, Dienstgradexerzieren und politische Schulungen abgehalten werden mußten. Die Dienstgradabzeichen waren zwischenzeitlich umgeändert, es gab jetzt Wachtmeister und Führer der Feuerwehren. Da in den Wirren der Kriegsjahre die Organisation der Freiwilligen Feuerwehren nicht mehr allerorts aufrechterhalten werden konnte, wurden im damaligen Landkreis Nabburg die Wehren von Nabburg, Schwarzenfeld, Pfreimd, Kemnath und Wernberg für überlandhilfe und besondere Einsätze ausgebildet. Mit Schreiben vom 14. August 1942 war die Wernberger Feuerwehr verpflichtet, im Fall eines Luftangriffs auf Weiden nachbarliche Löschhilfe zu leisten. Dieser Pflicht brauchte glücklicherweise niemals nachgegangen werden.

In Ehrfurcht gedenken wir derjenigen Kameraden aus unseren Reihen, die in diesen schrecklichen Jahren ihr Leben lassen mußten.

Im Zuge des Neuaufbaus nach dem Krieg wurden auch die Feuerwehren neu organisiert. Personelle Lücken, die der Krieg geschlagen hatte, mußten im Laufe der Zeit aufgefüllt werden. Ein Stück alter Feuerwehrtradtition, nämlich die des Signalisten, der seit den Tagen der Gründung mit seinem Signalhorn im Brandfall nach Leibeskräften Alarm blies, fand 1947 ihr Ende, als nämlich auf dem Gebäude eine elektrische Sirene installiert wurde. Die Anschaffung eines LKW's aus Beständen der US-Armee im Jahre 1950, mit dem fortan Mannschaft und Gerät transportiert wurden, bedeutete einen gewaltigen Fortschritt. War man doch jetzt in der Lage, besonders bei Einsätzen außerhalb des Ortsgebietes, schneller als bisher hilfreich einzugreifen.

Im Jahre 1963 wurde dieses Fahrzeug von einem Löschgruppenfahrzeug LF 8 abgelöst,welches bis 1990 im Dienste stand. Im Frühjahr 1973 wurde ein modernes Tanklöschfahrzeug TLF 16 angeschafft. Fahrzeug und Ausrüstung der Wehr in heutiger Zeit wird an anderer Stelle beschrieben.

Ein weiters großes Fest konnte am 18. und 19. Juli 1959 gefeiert werden, nämlich das 85-jährige Bestehen, verbunden mit der Weihe der neuen Vereinsfahne. Beim Kommersabend am Vortag im Festzelt ging der damalige Festredner, Herr Werner, kurz auf die zurückliegende Geschichte der Wehr ein. Er dankte allen, die eit der Gründung in den Reihen der Feuerwehr ihren Mann standen, und sprach die Verpflichtung aus, da von den Vätern übernommene Erbe zu erhalten und es an die Jugend weiterzugeben. Als besonderen Anlaß zur Freude bezeichnete er die Anschaffung und Weihe der neuen Fahne. Hier galt sein Dank vor allem dem damaligen Bürgermeister Lang, dem Schirmherrn des Festes, Herrn Koch, der Fahnenbraut, Frl. Koch, mit ihren Festdamen und dem Patenverein, der Freiwillien Feuerwehr Oberköblitz. Anschießend nahm er die Altersehrung vor, für 40-, 50- und 60-jährige treue Vereinszugehörigkeit. Den Jubilaren sprach er einen besonderen Dank aus und wünschte ihnen noch viele schöne und gesunde Lebensjahre. Unter den frohen Klängen der Wernberger Gauschützenkapelle saß man noch längere Zeit im Festzelt beisammen. Der eigentliche Festtag begann mit einem Weckruf und dem Einholen der Vereine an den Ortseingängen. Die Feier des Festgottesdienstes, verbunden mit der Weihe der Fahne, war für alle Beteiligten ein unvergeßliches Erlebnis. Zum Gedenken aller verstorbenen Kameraden wurde anschließend am Kriegerdenkmal ein Kranz niedergelegt. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des großen, farbenprächtigen Festzuges, dem anschließend Ansprachen und die Verleihung der Einnerungsbänder folgten. Konzert, Tanz und frohe gesellige Stunden im Festzelt beschlossen diesen Ehrentag.

Die Jahre danach bis in unsere Tage machten deutlich, daß dem Wirken der Feuerwehr immer mehr Bedeutung zukommt. Die stete Aufwärtsentwicklung seit dem letzten Krieg führte schließlich zu dem, was die Freiwillige Feuerwehr Wernberg heute darstellt. Eine moderne, schlagkräftige, bestens ausgerüstete Feuerwehr, die den Anforderungen unserer technisierten Zeit mit ihren verschiedenartigen Aufgaben, nicht nur im Brandfall, sondern vermehrt auch bei Unglücksfällen aller Art, voll gerecht wird. Einsatzfreude und fachliches Können, getragen von Idealismus und echter Begeisterung zu selbstloser Hilfe, sind und bleiben Gewähr dafür, daß dem bedrohten Mitbürger zu jeder Zeit und in jeglicher Stunde rasche Hilfe zuteil werden kann, nicht zuletzt getreu dem Wahlspruch:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!
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Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr Wernberg



Von der Gründung bis in unsere Tage mußten die Männer der Freiwilligen Feuerwerh Wernberg immer wieder im eigenen Ortsbereich der Naturgewalt des Feuers entgegentreten, wenn oftmals wertvolles Besitztum vernichtet wurde und Leben und Gut der Bürger bedroht waren. Die Aktiven haben in vorbildlicher Weise jedesmal Mut und Können bewiesen. Manchmal wäre man der Macht der Flammen trotzdem hilflos gegenübergestanden, hätte man nicht die Hälfer benachbarter Feuerwehren in Anspruch nehmen können. Erwähnt werden müssen hier neben den Wehren der näheren und weiteren Umgebung sicherlich die Nachbarfeuerwehr Oberköblitz und in neuerer Zeit die Werkfeuerwehr der Flachglas Wernberg.

Die Brandeinsätze im Marktbereich sind aufgezeichnet nach alten Dokumenten, nach Schilderungen von Augenzeugen, besonders unserer alten Feuerwehrmitglieder, die sich an Brandfälle bis in früheste Kindheit zurückerinnern vermochten und nach neueren Unterlagen.


1866
Das älteste Dokument, das Hinweis auf einen Brand im Markt Wernberg gibt, stammt aus dem Jahr 1876. Aus einer Zeit also, in der es in unserer Gegend noch keine freiwilligen Feuerwehren gab. In einem Brief vom 4.1.1867 spricht der Bezirksamtmann des Kgl. Bay. Bezirksamtes Nabburg dem Gendarmerie-Stationskommandanten Gg. Deuber, den beiden Gendarmen Gg. Taubold und Gregor Schödl, dem Spritzenmeister Wolfgang Siller, dem Gemeindediener Andreas Strehlund den Bürgern Josef Winter, Emmeram Winter, Baptist Schiener, Johann Spindler, Ignaz Geitner, Gg. Hausmann, Gg. Wild, Josef Schaller und Jahann Schaller Dank und Anerkennung aus für ihr edelmütiges Handeln bei dem am 20. Nov. 1866 um 10 Uhr in Wernberg entstandenen Brand. Leider geht aus diesem Brief nicht hervor, wer von diesem Schadenfeuer betroffen war.


1879
Der erste nachweisbare Brand im Marktbereich, bei dem die neugegründete Feuerwehr tätig werden mußte, ereignete sich am 21. Juni 1879. An diesem Tag brach im Anwesen des Andreas Wagner ein Feuer aus, das dieses vollständig vernichtete. Auch das nahe Wohnhaus des Johann Bertelshofer, Haus-Nr. 62, erlitt solchen Schaden, daß es abgebrochen werden mußte.


1881
Ein Großbrand zerstörte am 17. Oktober 1881 drei Anwesen. Der Bäcker Paulus Schönberger, Haus-Nr. 76, verlor sein Wohnhaus, der Schmied Simon Bauer, Haus-Nr. 75, das Wohnhaus mit der Schmiedewerkstätte und dem angrenzenden Stadel und Peter Dobler sein Wohnhaus mit Stall und einen Stadel mit Schweineställen. Ein Übergreifen des Feuers auf weitere Gehöfte konnte durch tatkräftigen Einsatz der anwesenden Feuerwehren verhindert werden.

1883
Am 8. Juni 1883 brach im Wohnhaus, Haus-Nr. 14, ein Feuer aus, das dieses erheblich beschädigte. Besitzer des Hauses war der Bahnwärter Josef Drexler. Aus einem Schadensbericht der Kgl. Bay. Versicherungskammer vom 4.7.1883 geht hervor, daß sich der entstandene Schaden auf 3.430 Mark gelief.

1905
Zündelnde Kinder verursachen im Frühjahr 1905 einen Brand, dem eine Scheune des Anwesens Herbst in der Nürnberger Straße zum Opfer fiel. Die schnell herbeigeeilten Feuerwehren konnten ein Übergreifen der Flammen auf das nahe Wohnhaus verhinder.

1907
Ein schadhafter Kamin war die Ursache eines Zimmerbrandes am 21. August 1907 im Haus des Johann Baptist Breu in der Hinteren Gasse. Mit mehreren Eimern Wasser war das Feuer in Kürze gelöscht.

1917
Das bereits 1881 zerstörte Anwesen Dobler in der Hinteren Gasse wurde am 12. Dezember 1917 erneut vollständig eingeäschert. Gegen 21 Uhr brach das Feuer aus ungeklärter Ursache in der Scheune aus und erfaßte rasch die ganzen Gebäude. Besonders tragisch war es, daß bei diesem Brand auch ein Meschenleben zu beklagen war. Frau Dobler, die vermutlich aus dem brennenden Wohnhaus noch etwas bergen wollte, wurde von den Flammen eingeschlossen. Es gelang den Feuerwehrmännern nicht mehr, sie zu retten. Da kein Leichenhaus verhanden war, wurde die verkohlte Leiche bis zur Beerdigung ins Feuerlöschgerätehaus gelegt.

1924
Erneut brach in der Hinteren Gasse ein Feuer aus, diesmal im Anwesen Wilpert. Eine Scheune brannte vollständig nieder, das Wohnhaus und weitere benachbarte Gebäude konnten dank eines schnellen Einsatzes vor den Flammen bewahrt werden.

1933
In der Gastwirtschaft "Zum schwarzen Bären" wurde am Abend des 10. September 1933 gerade eine Feier abgehalten, als gegen 21 Uhr die rückwärtigen Gebäude, die der Landwirtschaft dienten, plötzlich in Flammen standen. Die rasch herbeigeeilten Feuerwehren, die dem nahen Schilterbach genügend Löschwasser entnehmen konnten, verhinderten ein Übergreifen auf das Wohnhaus mit der Gastwirtschaft. Besonders bewährte sich bei diesem Brand die neue Motorspritze der Nabburger Feuerwehr.

1942
Am 11. Januar des Jahres 1942 brach in der Frühe gegen 4 Uhr im westlichen Trakt der Burg ein Feuer aus. Um eine Ausbreitung des Feuers auf weitere Gebäudeteile zu verhindern, schlugen die Feuerwehrmänner zunächst von diesen die Dachziegel und sägten die Dachstühle durch. Da auf dem Schloßberg nicht genügend Löschwasser vorhanden war, mußte eine Leitung vom Schilterbach her über den steilen Berg gelegt werden. Der ungewöhnliche strenge Winter - in der Brandnacht wurden 32 Grad Kälte gemessen - machte allen Helfern schwer zu schaffen und behinderte die Löscharbeiten derart, daß das Wasser in den Schläuchen gefror. Zum Auftauen wurden diese wie Stangen in das Treibhaus der Burg-Gärtnerei getragen. Französische Kriegsgefangene, die im Brauhaus ihr Lager hatten, halfen bei den Löscharbeiten tatkräftig mit. Der Einsatz aller Feuerwehrkameraden und Helfer an diesem bitterkalten Tag verdient höchstes Lob und Bewunderung.

1945
Beim Einmarsch der Amerikaner in Wernberg am 20. April 1945 gingen mehrere Gebäude in Flammen auf. Durch Brände, versursacht von Brandgeschossen, wurden der Posthalter-Stadel, eine Scheune in der Weidener Straße, Besitzer Schwarz, und drei Scheunen in der Hinteren Gasse der Anwesen Schmerber, Flierl und Mages vernichtet. Das größte Feuer entstand in Wohlsbach. Hier brannten Stadel und Wohnhaus des Anwesens Werner und Bartmannn-Stadel nieder.

1958
Knapp 3 Wochen nach dem Schadenfeuer im alten Brauhaus mußte die Feuerwehr erneut zu einem Brand im Marktinneren ausrücken. Am 2. April, gegen 16 Uhr, brannten die Scheunen und ein Stall bei Dotzler und Bäuml in der Nürnberger Straße. Den Feuerwehrleuten gelang es auch hier, die nahen Wohnhäuser vor der Zerstörung zu bewahren.

1958
Schon aus früheren Zeiten sind im Brauhaus in Wernberg zwei kleinere Brände bekannt, die jedoch rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden konnten. So entstand beispielsweise im Winter 1922 durch glühende Asche ein kleiner Zimmerbrand, den ein aufmerksamer Passant mit einem Eimer Wasser löschen konnte. Die Feuerwehr brauchte hier nicht einzugreifen. Am Morgen des 7. März 1958 jedoch schlugen, als man den Brand entdeckte, bereits die Flammen aus dem Dachstuhl. Im Lager der Waldfrüchte-Großhandlung Koch, gestapelt waren hier ca. 25 000 Spankörbe und einige tausend Holzkisten, fand das Feuer reichlich Nahrung. Ein Lastkraftwagen und Motorrad mit Beiwagen dieser Firma verbrannten ebenfalls. Die Maschinen und Einrichtungen der im gleichen Gebäude untergebrachten Strickerei Stöhr wurden erheblich beschädigt. Die eingesetzten Löschmannschaften mußten ihr ganzes Können aufbieten, um ein Übergreifen des Feuers auf das nahe Feuerwehrgerätehaus und auf umliegende Gebäude, begünstigt durch ungewöhnlich starke Hitzeentwicklung und Funkenflug, zu verhindern. Das Brauhaus brannte bis auf die Grundmauern nieder.

1959
Ein Flächen- und Waldbrand am Schloßbergweg wurde im August 1959 vor Übergreifen auf größere Waldbestände rechtzeitig eingedämmt.

1960
Ein explodierender Werkstattofen setzte im April 1960 in der Werkstatt der Schreinerei Schönberger in der Nürnberger Straße Hilzteile und Sägespäne in Brand. Durch schnelles Eingreifen wurde größerer Schaden verhindert.

1966
Bei Isolierungsarbeiten am Jugendheim hatte am 3.10.1966 ein Kessel mit Teer Feuer gefangen. Trotz gewaltiger Rauchentwicklung war der Brand durch Abdecken schnell gelöscht.

1967
Am 10.9.1967, dem Kirchweihsonntag, stand gegen 23 Uhr der Unger-Stadel am Weiherner Weg in Flammen. Die Feuerwehr war schnell zur Stelle und rettete einen daneben stehenden Schuppen. Die Scheune in der etliches Brennholz und ältere landw. Geräte untergebracht waren, brannte nieder.

1968
Eine weitere Scheune wurde am 21.4.1968 durch Feuer vernichtet. In der Hinteren Gasse brannte gegen 23 Uhr die Scheune des Anwesens Lang. Starke Hitzeeinwirkung machte es den Feuerwehrleuten aus Wernberg, Oberköblitz und der Werksfeuerwehr DETAG in dem dichtbebauten Gebiet schwer, den Brand zu lokalisieren. Löschwasser stand aus Hydranten und dem Schilterbach zur Verfügung. So konnten umliegende Gebäude, bereits vom Feuer erfaßt, in letzter Minute gerettet werdenn. Die Scheune brannte vollständig nieder. Eine Brandwache der Feuerwehr Wernberg verblieb bis zum Mittag des folgenden Tages am Brandplazt.

1971
Ein Kraftfahrer bemerkte am 15.4.1971 in der Frühe gegen 4 Uhr startke Rauchentwicklung aus der leerstehenden Bäckerei Schönberger in der Nürnberger Straße und alarmierte die Feuerwehr, die sofort an der Brandstelle erschien. Zunächst galt es, das Nachbarhaus der Barbara Lang abzuschirmen. Mit Hilfe der Feuerwehr Oberköblitz und der Werksfeuerwehr DETAG gelang es dann, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Kleinere Brandstellen, die bis zum Abbruch des Hauses in den nächsten Tagen im Inneren immer wieder aufflackerten, wurden rasch eingedämmt.

1974
Ineinem alten Keller auf dem Weg zum Schloßberg war im März 1974 abgelagertes Gerümpel in Brand geraten. Wegen startker Rauchentwicklung mußte ein Trupp mit schwerem Atemschutz vorgehen, konnte aber das Feuer in kurzer Zeit löschen.

Zwei Einsätze, beide wegen eines unter Naturschutz stehenden Baumes, die sicher als Kuriosum zu bezeichnen sind, sollen noch erwähnt werden.

1929
Eine alte Linde an der Regensburger Straße war im Juli 1929 durch ein Kind, das in dem bereits vorher durch Blitzschlag gespalteten Baum ein Feuer schürte, in Brand geraten. Die Feuerwehr mußte sehr viel Wasser in den hohlen Baum spritzen, aus dem gleich einem Kamin dichter Rauch stieg, um das Feuer abzulöschen.

1968
39 Jahre später, am 9.9.1968, mußte die FFW Wernberg einen ähnlichen Brand bekämpfen. An der Vohenstraußer Straße wollten junge Burschen am Kirchweihmontag in der alten Linde ein Hornissennest ausräuchern. Ein brennender Klumpen in ein Loch des Baumes gesteckt, fiel, da dieser vollkommen hohl war, im Innen zu Boden und setzte ihn in Brand. Wasser, mit einem B-Rohr, lange Zeit von oben in den Baum geleitet, brachte keinen Löscherfolgt. Ganze drei Tage qualmte die Linde, bis sie, von gewaltiger Hitze gespalten, wegen der drohenden Umsturzgefahr beseitigt werden mußte.

Vermehrt wurden die Feuerwehren in den letzten Jahren zu Verkehrsunfällen gerufen. Auch die FFW Wernberg hatte mehrere Einsätze dieser Art zu leisten.

1969
Nahe der Ortschaft Wohlsbach prallte am 26.1.1969 ein PKW frontal gegen einen Baum und fing Feuer. Die Insassen, die alle schwerverletzt waren, wurden von nachfolgenden Kraftfahrern geborgen. Die Feuerwehr lösche den brennenden Wagen und half dann die Unfallstelle räumen.

1969
Ein Werkstattwagen war am Abend des 20.10.1969 bei Kettnitzmühle von der Bundesstraße abgekommen und in den Graben gestürzt. Wegen der anfangs vermuteten Explosionsgefahr mußten Absperrmaßnahmen durchgeführt werden. Die Feuerwehr beseitigte dann ausgelaufenes Öl mit Ölbindemitteln.

1973
Ein Lastzug, mit 17 000 Kilo Marmeladengläsern beladen, war am 12.6.1973 auf der B14 bei Wohlsbach umgekippt und blockierte die Fahrbahn. Die Feuerwehr Wernberg räumte teilweise die Straße, fing auslaufenden Krafstoff auf und beseitigte ausgelaufenes Öl mit Ölbindemittel.

1973
In der Frühe des 22.12.73 wurde die FFW Wernberg zu einem schweren Verkehrsunfall an die Autobahnausfahrt bei Pfreimd gerufen. Ein Tankzug mit Schweröl war über eine sechs Meter hohe Böschung gestürzt. Der Beifahrer war im völlig demolierten Führerhaus eingesklemmt, die Ladung größtenteils ausgelaufen. Der schwerverletzte Beifahrer konnte trotz größter Anstrengung erst nach Stunden geborgen werden. Die ölgetränkte Erde wurde bis zum Anbruch der Nacht auf Lastkraftwagen verladen. Die Wernberger Feuerwehrleute waren siebzehn Stunden ununterbrochen im Einsatz.

Als Beispiel für die Vielseitigkeit der in all den Jahren zu leistenden Einsätze sei noch ein bergungseinsatz nach einem Badeunglück angeführt.
1969
Direkt vor der Brandstelle bei einem Waldbrand in der Nähe der "Roten Marter" am Nachmittag des 26.7.1969, am Samstag des Mutter-Anna-Festes, wurden unsere Aktiven zur Naab gerufen. Beim Baden war ein junges Mädchen ertrunken. Gemeinsam mit Tauchern der Wasserwacht Amberg suchte man die Ertrunkene. Die Suche mußte bei Einbruch der Dunkelheit ergebnislos abgebrochen werden. Auch eine Suchaktion am folgenden Sonntag blieb ohne Ergebnis. Erst am Montagmorgen konnte die Feurwehr Wernberg das ertrunkene Mädchen bergen.
Im Laufe der Jahrzente mußten die Männer der Feuerwehr auch mehrmals bei Hochwasser Hilfe leitsten. Sie transportierten dann Menschen und wichtiges Gut, hielten die Versorgung aufreccht und pumpten überschwemmte Keller aus.

Auch zu vielen Wald- und Flächenbränden wurde die FFW WErnberg seit ihrer Begründung gerufen. Bei auswärtigen Einsätzen leisteten unsere Aktiven in vielen Ortschaften der näheren oder weiteren Umgebung wertvolle Löschhilfe

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Aus der Geschichte des Feuerlöschwesens


Ein geordnetes Feurlöschwesen läßt sich schon im alten Ägypten nachweisen. Im antiken Rom gab es während der Kaiserzeit Feuerlöschtrupps, die sog. "cohortes vigilum". Die Organisation dieser Feuerlöschmannschaften lag in Händen des Staates. In einem Brief an Kaiser Trajan (98 - 117 n. Chr.), der uns erhalten ist, bitten junge Männer der Stadt Alexandria, die sich zusammengetan hatten, um gemeinsam gegen Feuersgefahr vorzugehen, um kaiserliche Unterstützung.

Im mittelalterlichen Deutschland finden sich Aufzeichnungen, aus denen hervorgeht, daß zur Brandbekämpfung aller Ortsbewohner herangezogen wurden. Ansätze zu Feuerlöschordnungen gibt es seit dem 13. Jahrhundert. In Hollan wurde 1672 eine gut organisierte Feuerwehr durch den Maler und Ingenieur Jan van der Heyden gebildet, der auch selbst wesentliche technische Verbesserungen schuf. In London richtete 1698 die allgemeine Feuerversicherung eine Feuerwehr ein, in Paris wurde 1811 die Sappeurs-Pompiers als Heeresorganisation ins Leben gerufen.

Die ersten Freiwilligen Feurwehren auf vereinsmäßiger Grundlage bildeten sich in Deutschland in größeren Gemeinden und Städten um das Jahr 1850. Die erste Feuerwehr dieser Art wurde nachweislich 1841 in Meißen gegründet. In Bayern lassen sich in dieser Zeit ebenfalls die ersten Feuerwehr-Gründungen nachweisen in den Städten Augsburg, Würzburg und Nürnberg. Die Verbreitung des Löschwesens in Bayern ging allerdings anfangs sehr langsam vor sich. Im Jahr 1867 bestanden erst 210 bayerische Feuerwehren. In späteren Jahren ist dann ein gewaltiger Aufschwung zu verzeichnen. Nachfolgende Aufstellung soll dies veranschaulichen:

1867 gab es in Bayern 210 Feuerwehren
1869 - 410 Feuerwehren
1871 - 660 Feuerwehren
1873 - 1228 Feuerwehren
1875 - 2227 Feuerwehren
1877 - 3314 Feuerwehren

Seitdem hat sich der Bestand der Freiwilligen Feuerwehren sprunghaft weiterentwickelt, wie sich gleichzeitig ihre Aufgaben und die Zahl der zu leistenden Einstätze stetig weiterentwickelt haben.

1972 z. B. bestanden in der Bundesrepublik Deutschland einschl. West-Berlin 23 825 Freiwillige Feuerwehren mt insgesamt rund 780 000 Mitgliedern. Im gleichen Zeitraum mußten die Feuerwehren Bayerns fst fünfundvierzigtausendmal zu Bränden und Hilfeleistungen ausrücken.

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